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Foodfotografie leicht gemacht

Wie man Lebensmittel das Fliegen beibringt

Die Werbeindustrie hebt für die Präsentation ihrer Produkte häufiger mal die Schwerkraft auf und lässt uns glauben, dass Softdrink, Snack oder Schokolade superleicht sind. Habt Ihr Euch dann auch schon mal gefragt, wie die Fotografen das hingekriegt haben? Viele haben dann wahrscheinlich abgewunken und gedacht, dass es für sie unmöglich ist, ähnlich gute Ergebnisse hin zu bekommen. Doch genau das stimmt nicht, denn selbst die Superprofis kochen nur mit Wasser und die Foodfotografie ist manchmal gar nicht so kompliziert. Die Werbefotografen haben zwar eine Armada an Assistenten und professionellen Layoutern zur Verfügung, dennoch können alle, die eine Kamera und ein Bildbearbeitungsprogramm zur Verfügung haben, genauso überraschende Foto-Effekte erzeugen. Wie? Das verraten wir Euch hier…

Sehen die schwebenden Tomaten nicht klasse aus? Der Fachbegriff für solche Fotografien heißt übrigens Levitation

Das Bild hat was, nicht wahr? Kaum zu glauben, aber eigentlich ist es total simpel, genauso so ein Ergebnis nachzumachen.

Was Ihr dafür braucht, ist eine Art Gestell, wie z.B. zwei Stative, die Ihr links und rechts von Eurem Fotomotiv aufbaut und mit dünnen Drähten verbindet. Wir haben ein altes Badezimmerregal umfunktioniert und das sah dann so aus…

Auf den Verbindungsdrähten werden einfach Eure Motive platziert – simpel, nicht wahr?

Das Geheimnis der Levitation-Fotografie ist wirklich total simpel und für jeden nachbaubar, denn wie Ihr sehen könnt, werden die Motive nur auf die Drähte gelegt und dann fotografiert. 

Ist das Bild im Kasten, geht es an die Bildbearbeitung. Wir gehen davon aus, dass jeder, der bei Instagram oder Facebook aktiv ist,  ein Bildbearbeitungsprogramm hat, das dabei hilft, die Drähte verschwinden zu lassen. Ob mit einem digitalen Radiergummi, Freisteller-Werkzeug oder einem Reparatur-Pinsel – mit all diesen Werkzeugen könnt Ihr die Drähte wegretuschieren. Übrig bleibt ein Wow-Foto, bei dem die Gegenstände zu schweben scheinen.

Hier wird das Ölkännchen in Szene gesetzt

Nicht jeder will jetzt gleich etliche Gegenstände fliegen lassen, manchmal reicht auch schon ein Teil, wie auf diesem Bild, auf dem die Ölkanne über dem Essen schwebt. Das Kännchen haben wir per Draht an einem Stativ aufgehängt. Damit einer von uns das Kännchen zum Gießen in eine andere Position ausrichten konnte, haben wir zusätzlich am Boden der Kanne noch einen Art provisorischen Griff gebastelt, der später nicht mehr auf dem Foto erscheinen wird. 

Fragt Ihr Euch, was dieser komische schwarze Tubus auf der rechten Bildseite soll? Der sorgt für einen traumhaften zielgerichteten Lichteffekt, einem so genannten Spitzlicht, und ist auch total simpel selbst gebastelt. Wir haben dafür aus schwarzem Tonpapier einen Kegel gewickelt und mit Klebeband über unseren Scheinwerfer gestülpt.

Nach dem Fotografieren wurde nur noch der Aufhängungsdraht von unseren Kännchen wegretuschiert. Und hier das Ergebnis…

Die Kanne schwebt über dem Essen

Angefangen mit solchen experimentellen Bildern haben wir während einer Instagram-Pause. Meinen Herzensmann hat der Ehrgeiz gepackt, weil er endlich wissen wollte, wie manche Fotografen Gegenstände frei schweben ließen. Wir sind davon ausgegangen, dass jedes Motiv einzeln fotografiert und dann in Photoshop über die Ebenenfunktion zusammengelegt wurden. Doch irgendwie schien ihm das zu aufwändig, so dass er recherchiert hat, bis er die Lösung gefunden hatte.

Der erste Wunsch meines Mannes: Einen Burger in allen Einzelteilen zeigen. Puh, das schwierigste zuerst. Aber nun gut, er hatte einen Plan und zog zunächst jede Menge Drähte zwischen die Seitenteile unseres Badregals. Danach ging es an die Vorbereitung alle Ingredienzien des Burgers. Das war das leichteste an diesem Projekt, der knifflige Teil folgte in dem Moment, in dem die Zutaten auf die Drähte gelegt werden mussten. Fängt man mit dem Stapeln besser oben an oder lieber unten? Hält die weiche Ananas auf dem Draht? Sieht man auch genug Soße auf dem Burgerbuns? Oje, immer wieder purzelte irgendwas vom Draht, meist, weil wir mit der Hand zu nah drankamen, und schon lag alles auf dem Untergrund. Doch nach einigen Versuchen war es soweit – der Aufbau stand und mein Herzblatt konnte endlich fotografieren. 

Ich einer gefühlten Ewigkeit waren endlich alle Zutaten auf den Drähten platziert
Fertig ist der fliegende Burger

Wir sind schon ziemlich stolz, dass alles so gut geklappt hat und der Burger so prima aussieht – vor allem vor dem Hintergrund, dass es das erste Mal war, das sich mein Herzensmann an solch ein kniffliges Projekt rangewagt hat. Und das sollte jedem Mut machen, auch mal rumzuexperimentieren, denn oftmals lohnt es sich.

Und weil so schön war, sind bereits weitere Projekte in der Planung – Ihr könnt also gespannt sein.

2 Kommentare

    1. Liebe Irmgard, wir freuen uns riesig, wenn wir Dir helfen konnten. Wenn Du noch Fragen hat, melde Dich einfach. Und wenn Du ein Levitation-Bild gemacht hast, verlinke uns gerne. Liebe Grüße

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