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Saftiger Marmorkuchen

Ich liebe Kuchen, vor allem ganz normale trockene Leckereien ohne großes Bimbamborium haben es mir angetan, denn sie sind für mich echte Seelenschmeichler. Denn sobald ich einen Sand-, Hefe- oder Marmorkuchen im Mund habe, schweifen meine Gedanken ab und Erinnerungen an meine Kindheit tun sich auf. So taucht vor meinem inneren Auge meine Mutter auf, wie sie samstags immer einen Kuchen für ihre fünf hungrigen Kinder-Mäulchen gebacken hatte. Dafür musste ich aber zuvor jedes Mal mit einer Blechkanne zum Bauern laufen und neben der Milch auch Eier holen. Für mich ein Highlight, denn der Bauersjunge war in meinem Alter und der Hof mit seinen Tieren und versteckten Winkeln unglaublich spannend für mich. Ein echter Abenteuerspielplatz. Oft mussten meine Geschwister mich und die Kuchenzutaten abholen, weil ich mal wieder die Zeit vergessen hatte. Für mich war damals alles so wunderbar unbeschwert, das Leben in der ländlichen Gegend in der ich aufwuchs total gefahrlos. Wir haben noch auf der Straße Hüpfekästchen oder „Der Kaiser schickt seine Soldaten aus“ gespielt, haben im nahegelegenen Wald Baumhäuser gebaut und sind wie die Wilden mit unseren Rollschuhen um die Kurven gebraust. Keine Angst vor „bösen Onkels“ oder rasenden Autos – es war (so meine wildromantische Erinnerung) Idylle pur. Oft tun mir heute die Kinder leid, dass sie immer mehr Gefahren ausgesetzt sind, bereits im Vorschulalter an ihrer Zukunft basteln müssen und das Spielen nur noch einen Nischenraum einnimmt.

Oje, ich schweife mal wieder gehörig ab, denn eigentlich geht es ja um den Kuchen. Da ich im beruflichen Hamsterrad stecke, fehlt mir meist die Zeit, Lust und Muse dazu, einen zu backen. Oder aber, ich bekomme ausgerechnet am Sonntag Lust darauf, und mir fehlt irgendeine Zutat. Doch diesmal nicht! Ich weiß nicht warum, aber gestern mittag überkam mich eine Riesenlust, einen Marmorkuchen zu backen. Ein Anruf bei meinem Herzensmann genügte, schon standen am Abend alle Zutaten auf dem Küchentisch, damit Eier, Milch und Butter zimmerwarm verarbeitet werden können. Und dann ging’s auch schon los mit dem Rezept meiner Kindheit. Jedesmal wenn ich es schaffe, einen Kuchen zu backen, frage ich mich, warum ich es nicht häufiger tue, denn der Teig ist ruck, zuck fertig – und wenn dann erst der Kuchen im Ofen ist und sein Duft durch den Raum zieht, steigt mit jeder Minute die Vorfreude. Dann ist das Prachtstück fertig, und das erste Stück wird auch gleich heiß verschlungen. Das schöne an meinem Rezept ist, dass der Kuchen nicht zu süß, dafür aber sehr aromatisch ist. Probiert ihn doch einfach mal aus…

Goldgelb und traumhaft duftend

Zutaten für einen Marmorkuchen:
250 g Butter
220 g Zucker
6 Tropfen Rumaroma (auch Bittermandelöl schmeckt klasse)
Vanilleextrakt
1 Prise Salz
4 Eier
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
150 ml Milch
30 g Kakao
Je nach Geschmack Puderzucker oder Kuchenglasur fürs Finish

Zubereitung:
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen, eine Gugelhupfform fetten und mehlen. Nun die Butter mit
200 g Zucker, dem Rumaroma, Vanillextrakt und 1 Prise Salz in der Küchenmaschine oder mit den Quirlen des Handrührers mindestens 5 Minuten schaumig schlagen. Die Eier nacheinander zugeben und jeweils eine halbe Minute unterrühren, bis sich alles verbunden hat. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und abwechselnd mit 100 ml Milch zügig unterrühren.

Als nächstes werden ca. 2/3 des Teiges in die Kuchenform gegeben. In das letzte Drittel Teig das Kakaopulver und den restlichen Zucker sowie die restliche Milch unterrühren. Nun nur noch den dunklen Teig auf den hellen in die Form füllen und mit einer Gabel spiralförmig durch die Teige gehen, so dass ein Marmormuster entsteht. Schon wandert der Kuchen für ca. 50–60 Minuten in den Ofen. Wichtig! Stäbchenprobe machen.

Wir mögen es schlicht, daher kommt meist nur eine Prise Puderzucker über den Kuchen. Man kann ihn aber auch prima mit einer Schoko-Kuchenglasur überziehen. Ich wünsche Euch allen viel Spaß beim Nackbacken – und genießen!

Beschneit lieben wir das Prachtstück am liebsten!

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