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Himbeertörtchen zum Kaffee

Ich weiß, ich fang meine Texte meist mit Erinnerungen an fast vergessene Zeiten an. Das liegt daran, dass ich beim Schreiben erst einmal überhaupt nicht weiß, wohin die Gedanken-Reise hingeht. So sitze ich vor dem Bildschirm, schaue mir das Foto an, zu dem ich das Rezept mit Euch teilen möchte – und dann geht es los:  Ohne großartig nachzudenken, blitzen die Gedanken auf, die ich dann niederschreibe. Ich könnte zwar das Rezept einfach runtertippen, was vielen vielleicht sogar besser gefallen würde. Aber ich sehe den Blog auch als so etwas wie ein kulinarisches Tage- und Erinnerungsbuch – deshalb wecke ich gerne die Vergangenheit wieder zum Leben.

Ich erinnere mich noch sehr genau an die Zeit, als meine Geschwister und ich die Himbeerzeit kaum erwarten konnten. Fast täglich haben wir unsere Mutter gefragt und genervt, ob wir endlich in die Büsche dürften. Neben der Erdbeer- und Kirschernte war dies die einzige Zeit, in der wir ausnahmsweise gerne bei der Gartenarbeit geholfen haben. Mit Feuereifer ernteten wir dann auch die Himbeeren – ohne zu naschen wohlgemerkt! Oder sollte man lieber sagen, zunächst einmal? Denn anfangs traute sich keiner von uns Fünfen ein Früchtchen zu naschen, bis zu dem Moment, indem sich dann doch einer von uns heimlich eine Himbeere in den Mund schob. Dann ging es Frucht um Frucht, bis die Körbchen fast leer waren. Meine Mutter war jedes Jahr aufs Neue entsetzt über die Mini-Ausbeute, denn eigentlich wollte sie die Himbeeren für einen Kuchen und für ein paar Gläser Marmelade nutzen. Und so zog sie meist später selbst noch einmal los, um bei verschiedenen Nachbarn, die auf ihre Beeren keinen großen Wert legten, ein paar süße Früchtchen zu besorgen.

Himbeeren als kostbares Gut

Waren damals Himbeeren eine kleine Kostbarkeit, die es nur wenige Wochen im Jahr gab und die man mit Muse genießen musste, sind sie heute rund ums Jahr erhältlich – und sogar im tiefsten Winter muss man auf Himbeerkuchen, -eis und -joghurt nicht verzichten. Auch stecken in den Kulturbeeren nur selten die Larven der Himbeerkäfer, auf die man achten müsste…

So schön es auch ist, das ganze Jahr mit Dingen bedient zu werden, die eigentlich nur einige Wochen im Jahr Saison haben, so verliert man leider aber auch irgendwie das Bewusstsein, wie wertvoll so eine kleine Geschmacksbombe ist. Deshalb haben wir den allerletzten Gartenbeerchen diesmal als Törtchen ein klitzekleines Denkmal gesetzt. Lust auf das Rezept? Hier kommt es:

Bis auf die Kühlzeiten, ist dieser Himbeertraum ruck, zuck gemacht

Das 1,2,3 Easy-Rezept:

Zutaten für 4 Törtchen:
180 g Butterkekse
90 g Butter
5 Blatt Gelatine
150 – 180 g Himbeeren
200 g Magerquark
4 – 5 EL Puderzucker (je nachdem wie süß man das Ganze mag)
300 g Sahne
100 – 140 g Zartbitterschokolade
Himbeeren und Minze zum Dekorieren

Zubereitung:
Zuerst 4 Stück Alufolie (ca. 25 x 25 cm) auslegen, jeweils 1 Dessertring daraufstellen und diese mit der Alufolie fest umwickeln. Dann die Kekse zerbröseln, die Butter schmelzen und beides miteinander vermischen und in die Dessertringe als Boden verteilen. Fest andrücken und die Böden kühl stellen.

Die Gelatine in etwas kaltem Wasser einweichen. Die Himbeeren verlesen, pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Das Fruchtpüree mit dem Quark und dem Puderzucker mischen. Nun die Gelatine tropfnass in einem kleinen Töpfchen bei geringer Hitze auf dem Herd auflösen und mit in die Frucht-Quarkmasse geben. Das Ganze kühl stellen, bis die Masse beginnt zu gelieren. Das dauert etwa 10 Minuten. Dann 200 g Sahne steif schlagen und unter die Fruchtmasse rühren, bis eine homogene Creme entstanden ist. Diese wird nun auf den Bröselboden in die Dessertringe gefüllt. Am besten die Törtchen dann für mindestens  2 Std. kühl stellen.  Tipp: Wer später einen perfekten Schokoüberzug haben möchte, der stellt die Törtchen für etwa 2 Stunden in den Tiefkühler, denn dann stockt die Schokolade später besser.

Die restlichen 100 ml Sahne kurz aufkochen, dann ca. 2 Min. runterkühlen lassen. Die Schokolade raspeln und in der warmen Sahne auflösen. Ein Abtropfgitter auf ein Stück Backpapier stellen. Nun die Törtchen aus den Dessertringen lösen, auf das Gitter stellen und mit der Schokolade übergießen. Danach gleich mit den Himbeeren und der Minze dekorieren. Fertig ist ein himmlischer Genuss! (Wer allerdings die Törtchen zuvor eingefroren hatte, sollte sie vor dem Schlemmen noch etwa 30 Min. auftauen lassen).

Bon appetit!

Das Törtchen mal im mystischen Schwarz

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